Rudolf Elmer – ist die Schweiz etwa doch eine Bananenrepublik?

Rudolf Elmer, ex-Bank-Bär-Manger und Whistleblower, schreibt in seinem Buch Bankenterror: “Ich konnte es nicht mehr ertragen in den Nachrichten-Magazinen die sterbenden Menschen zu sehen, die verhungernden Kinder, die sinnlosen Kriege und auf der anderen Seite eine schamlose Elite, die vor Dekadenz kaum gehen kann und die ihren Reichtum … anhäufte und vermehrte…”

Wer seine Geschichte in den Medien verfolgt, muss sich fragen: Ist die Schweiz etwa doch eine Bananenrepublik? Ein Land, das die Schuldigen schützt und die Menschen, die Unrecht zu Tage fördern, ins Gefängnis sperrt? Was sollen wir nur davon halten?

Krampfhaft hält man am Bankgeheimnis fest – ein Christoph Mörgeli erklärte in einer “Arena” am Freitag Abend scheinheilig, dass das Bankgeheimnis seine Berechtigung habe, weil ja jeder einmal vergessen könne, ein Referat in den Steuern anzugeben. Nur – um solche Peanuts-Beträge geht es ja nicht – es geht um die grossen Fische. Es geht gemäss Elmer um jene 27 % des gesamten Offshore-Kapitals, das in der Schweiz lagert (Kunstgegenstände, Schmuck etc. nicht berücksichtigt). Die Schweiz ist also eine zentrale Drehscheibe des internationalen Offshore-Kapitals… Offshore – weg von der Küste – bedeutet eben oft, dass das Geld nicht sauber ist, deshalb wird es “fern” gehalten… Das Offshore-Kapital kommentiert Elmer wie folgt: “Dieser sprudelnde Geldfluss in den reichen Metropolen und verdeckten Offshore Zentren wie z. B. London, New York, und Frankfurt wird durch die Finanzindustrie als Dienstleister gefördert, von den Grosskonzernen genutzt, den Rechtsstaaten geschützt und von den Medien verkauft – und dies einzig aus unersättlicher Gier nach Geld, denn wie anders könnte man es erklären?”

Weiteres zu seinem Leben, seinem Kampf, seiner Leidensgeschichte, einem mysteriösen Fahrradunfall, Suiziden von Bank-Bär-Mitarbeitenden, und anderen unartigen Geschichten findet man in seinem empfehlenswerten Buch: Bankenterror. Hier der Link.

Am 8. September 2012 besetzte Occupy Zürich den Paradeplatz unter dem Motto “mit Essen spielt man nicht”. Ein Anlass zu Nahrungsmittelspekulation wurde durchgeführt. Rudolf Elmer hielt ein Rede zu Offshore-Geschäften und deren Problematik. Ein internationales Filmteam war anwesend und drehte an folgendem Film weiter:
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Eine Auswahl an Presseartikeln und Links:

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Homepage Rudolf Elmer

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11.08.2016:

Artikel der Sonntagszeitung:

Verheimlichte Dokumente im Fall Elmer

Immer noch die alte Frage: Wurde das Schweizer Bankgeheimnis verletzt oder nicht? Zentral dabei ist wiederum die Frage? Unterstand Rudolf Elmer dem Schweizerischen Arbeitsrecht oder bestand ein lokaler Vertrag? Wie man nun in der Zwischenzeit erfuhr, konstatierte die Bank Bär selbst, dass ein lokaler Vertrag bestand (siehe Pressemappe S. 17) … Eigentlich ein klarer Fall. Das Urteil erfolgt nun mit Verzögerung am 23.08.2016.

Pressemappe der Berufungsverhandlung:

2016-06-23 Pressemappe Elmer Obergericht.compressed

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08.12.2015:

John Christensson, Mitglied des “Tax Justice Network” sagt, was Whistleblower im Private Banking Sektor zu erwarten haben – das gilt jedoch nicht nur für den Bankensektor – siehe Snowden…

– keine Unterstützung innerhalb der Firma

– keine Unterstützung seitens Polizei, Justiz

– Verfolgung von lokalen Medien

– Verlust von Freunden, allg. Unverständnis über Motivation

hier gibt es die Broschüre zum downloaden: sie enthält Berichte über diverse WhistelblowerInnen

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23.09.2015:

The Leak in Paradise

hier könnt Ihr Euch den Leckerbissen ansehen – bitte rasch, da wir nicht wissen, wie lange der Link noch funktioniert – es geht um: Bankgeheimnis, Offshore-Praxis, Steuerhinterziehung und Steuervermeidung – konkret: die Geschichte des Ex-Bankers Rudolf Elmer

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23.09.2015:

Hier ein Artikel auf Tax Justice network:

how Switzerland corrupted its courts to nail Rudolf Elmer

Das Schweizer Gesetz bezüglich Verstoss gegen das Bankgeheimnis wurde verschärft. Neu: 5 Jahre Gefängnis statt 3 Jahre. Hier der Artikel im Wallstreet Journal

Comment by Pippi Langstrumpf:

I have been following the case of Rudolf Elmer since years. Now – with the new law on whistleblowers in Switzerland – the case even hurts more. In whose hands are our politicians? Something has gone terribly wrong. People, whistleblowers who come up with disturbing truths should be at least heard. This is definitely not the case in Switzerland. No court hears them, no media reports about them (in an objective attitude). I attended the court trial on Dec. 10th, 2015. What do you think about prosecutors who ask questions like: Which school does your daughter attend? or: Health insurence? Are you privately covered? etc etc. Switzerland must be a Banana Republic.

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28.09.2014:

Gemäss neuem Gesetz muss sich ein Whistleblower zuerst innerhalb der Firma um Verbesserung der Situation bemühen. Wenn dieser Schritt nicht fruchtet darf er sich an eine Behörde melden. Bleibt auch dieser Schritt erfolglos, darf er an die Oeffentlichkeit.

Nun das hört sich nicht so schlecht an, aber stellen Sie sich vor, Sie bringen in ihrer Firma Kritik über unlautere Vorgänge an. Sie werden bestimmt nicht mehr lange dort arbeiten…

zum Link auf SRF

Ständerat Rechsteiner hält das neue Gesetz für eine Verschlechterung der Lage der Whistleblower.

Und Rudolf Elmer meint dazu: “Der Standerät zeigt, dass er der Diener von multinationalen Konzernen, Finanzinstitute und gewissen Superreichen ist…” Damit tritt er den Nagel wohl auf den Kopf

zum Link Rudolf Elmer

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2014-07-13:

whistleblower+Ein+Leben+wie+im+Kriminalroman

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2014-05-25:

Der Fall Credit-Suisse: Rudolf Elmers Einschätzung

Der “Whistleblower” und ehemalige Julius-Bär-Banker Rudolf Elmer ist
mit seiner Ehrverletzungsklage gegen einen Journalisten Leo Müller des
Wirtschaftsmagazins “Bilanz” gescheitert. Der Fall ist verjährt.

Nach fünffacher Sistierung und mehrfachen Beschwerden von Rudolf Elmer
setzte Bezirksrichter Dr. iur. U. Gloor den Gerichtsprozess trotz
Hinweis anfangs 2013 des Zürcher Obergerichts und Rudolf Elmers auf die
drohende Verjährung 12 Tage nach dem Verjährungsdatum von 12. Feb 2014 an.

Wahrlich eine Frechheit oder vielleicht sogar bezirksrichterliche Rache
am Whistleblower Elmer? Hat der Bezirksrichter den Beschuldigten Leo
Müller strafrechtlich begünstigt?

Artikel auf Bluewin.ch

Rudolf Elmer zieht die Sache weiter ans Obergericht: Artikel auf dem Blog von Gian Trepp

Der lange Weg einer Julius-Baer-CD

Inside Paradeplatz: “Die “Wirtschaftswoche” berichtete vom Schweizer Whistleblower Rudolf Elmer, der die Swisspartners beschuldigen würde. (Gemäss Wikileaks handelt es sich um einen “falschen” Eintrag.)Laut Swisspartners-Chef Martin Egli würden Elmers Vorwürfe “jeglicher Grundlage” entbehren, schrieb das Magazin damals. Swisspartners, so die “Wirtschaftswoche” mit Bezug auf Egli, habe sich an sämtliche “steuerliche und aufsichtsrechtliche Bestimmungen” gehalten.6 Jahre später zeigen Egli und seine Swisspartners grosse Reue. Egli & Co. machten in Washington einen Bückling wie noch kaum ein Institut im laufenden Steuerkrieg zuvor.”

Wirtschaftswoche: Schweizer Banken unter Druck

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2014-02-26: Medienmitteilung Occupy Zürich

Rudolf Elmer, der seit Jahren gegen Steuerhinterziehung etc. kämpt, hat gegen einen Journalisten der Bilanz wegen Ehrverletzung geklagt. Es geht um einen Artikel in der Bilanz, erschienen am 12.02.2010, worin Rudolf Elmer als Daten-Dieb und gescheiterte Persönlichkeit beschrieben wurde. Die Verjährungsfrist beträgt 4 Jahre. Dank 5 maliger Sistierung seitens der Zürcher Gerichte ist diese Frist nun abgelaufen.

Bezeichnenderweise wurde am Montag 24.02.14 primär über die Verjährung diskutiert. Rudolf Elmer, Ex-Bank-Bär-Manager, hat sich gekonnt und eloquent “verteidigt”. Die Reden Elmers wurden mit Applaus seitens der Occupy-Bewegung begleitet. Den Anwalt des abwesenden Angeklagten verstand man eher schlecht. Das Gericht hat aufmerksam, immer wieder die schweren Köpfe abstützend, zugehört. Richter Gloor entschied nicht vor Ort – das Urteil wird schriftlich zugestellt…

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2014-02-23:

… so ein Bilanz-Artikel vom Februar 2010 – der Prozess gegen einen Protagonisten der veruteilenden Journalisten-Sparte findet morgen 24.2.10 h am Bezirksgericht Zürich statt

Liberté-info hat den Fall minutiös verfolgt. Mehr Infos gibt’s hier.

Rudolf Elmer, Ex-Bank-Bär-Manager, kämpft schon seit Jahren gegen den Banken- und Steuerfilz. Die Finanz-Branche ist immer noch extrem undurchsichtig, die Multinationalen Konzerne lässt man tricksen, Politik und Medien spielen mit – wenigstens in der Schweiz. In diesem Prozess geht es um 2 Journalisten, die Rudolf Elmer ziemlich unausgewogen dargestellt haben, obwohl noch nicht einmal eine Anklage bestand und die Unschuldsvermutung gelten muss.

Whistleblower brauchen wir – denn sie bringen die Dinge, die falsch laufen, ans Licht. Man soll sie schützen und nicht kriminalisieren.

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2013:

Das Bundesgericht gibt dem ex-Banker Recht: hier

AL bezieht Stellung: hier

Überraschende Wende im Prozess Elmer: hier

Rudolf Elmer auf Wikileaks

Ein Blog über die Sache mit dem “Dieb” und dem “Erpresser” in Englisch

Züricher Staatsanwalt darf CDs durchsuchen: hier

Artikel im Stern – Sommer 2012 – hier

Prof Jean Ziegler und Elmer gegen Portmann in Wien: Video

Die Elmer-Story am Europäischen Gerichtshof

Interview auf rts.ch in Französisch zur Steuerhinterziehung in der Schweiz

2013-01: Zur Lage der Schweizer Justiz: “Man hat mir ermöglicht Selbstmord zu begehen” hier der Artikel

2013-03:
Ueber die Steuervermeidung der Grosskonzerne:
zum Video auf ZDF
mit einem Interview von Rudolf Elmer, Schweizer Whistleblower und Ex-Bank-Bär-Manager
International tätige Konzerne haben Möglichkeiten um Gewinne um den Globus herum zu verschieben über Lizenzen, Flugzeugkäufe oder einfach Handelspartner/Tochterfirmen… Effekt: massive Steuereinsparungen, die uns dem Volk in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise fehlen!

2013-03-24:
Züricher Justiz
– oder: als die Zürcher Justiz vom Bundesgericht einen Rüffel kassierte – im Fall Rudolf Elmer
Die Zürcher Justiz muss gemäss Artikel von 20-Minuten auf Anweisung vom Bundesgericht nochmals über die Bücher…

Offshore-Leaks / 2013-04-13:
-Rudolf Elmer bei Günther Jauch
-SERVUS TV Hangar 7 – mit Rudolf Elmer – das grösste Daten-Leck der Geschichte und ein Schlag gegen das “schwarze Loch” der Weltwirtschaft – ein dunkles System aus
Briefkastenfirmen, Offshore-Konten und dubiosen Finanzdeals. Milliarden
lagern auf geheimen Konten. Was ist zu tun? Die EU drängt auf einen
automatischen Daten-Austausch, Deutschland diskutiert über ein
„Steuer-FBI”, und Österreich hält weiter am Bankgeheimnis fest.
Doch wie lange noch? Und was hilft wirklich gegen Steuerbetrug? Neue
Informationen zu Offshore Leaks!
-Interview bei www.taz.de

2013-05-19:

neues Interview mit Rudolf Elmer:

hier der ganze Text in Englisch

Er sagt unter anderem folgendes: (Deutsche Uebersetzung darunter)

“Jean Ziegler has been a strong supporter of my case since 2005 and we have been on talk shows recently together. I have read the book you refer to twice. My view is that there is a very strong connection between the systemic corruption caused by banking secrecy laws and systemic starvation. There are not only multi-national conglomerates but also financial institutions that benefit from price fluctuations related to water and food. There are striking examples in the hedge fund industry of speculation on food prices, and also within groups such as the world’s largest commodity trading companies. All of them use banking secrecy laws to avoid transparency and to hide their dubious business practices. ”

Jean Ziegler hat meinen Fall seit 2005 enorm unterstützt und wir traten kürztlich bei Talk Shows zusammen auf. Ich habe sein Buch, auf das Sie sich beziehen, 2 Mal gelesen. Es ist meine Ansticht, dass ein starker Zusammenhang zwischen der systemischen Korruption, welche durch das Bankgeheimnis und das systemische Aushungern ermöglich wird, besteht. Es sind nicht nur Multi-nationale Konzerne sondern auch Banken und andere Institutionen, die im Finanz-Bereich tätig sind, welche von Preisschwankungen von Wasser und Nahrungsmitteln profitieren, und innerhalb dieser Gruppe z. Bsp. die Welt-grössten Rohstoff-Händler-Firmen. Alle nutzen das Bankgeheimnis um Transparenz zu vermeiden und dubiose Geschäftspraktiken zu verschleiern.

2013-07-08:

Gian Trepp zum Zürcher Justizfilz: hier der blog

2013-07-31:

Auch mit elektronischem Datenaustausch wird die Steuerhinterziehung kein Problem sein – erstens kann man weiterhin einen Treuhänder einsetzen, um den wirtschaftlich berechtigten zu veschleiern – zweitens ist überhaupt noch nicht klar, wie die Datenflut aus dem automatischen Informationsaustausch heraus evaluiert werden soll…

hier die Sendung im ARD vom 31.07.13 – inkl. Interview mit Rudolf Elmer

 

 

 

 

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