Oft gestellte Fragen (FAQ)

Was arbeiten die Aktivisten den ganzen Tag?

Wir arbeiten neben Studium, Job, Familie… an verschiedenen Projekten – engagiert, fokusiert – und es macht auch Spass, mit anderen Menschen etwas zu bewegen. Das alles natürlich in unserer Freizeit und ohne Bezahlung. Weitere Infos gibt’s unter AGs/Projekte.

Wie konntet ihr ohne einen Erwerb so lange zelten?

Die Hintergründe waren mannigfaltig: Es gab Vollzeitangestellte, die erst am Abend vorbeikamen,  Teilzeitangestellte, die am Mittag oder nur am Vormittag mitarbeiten konnten, Selbstständige, die so viel Zeit investieren konnten, wie ihr Sparbuch hergab, Erwerbslose, die auf Arbeitssuche waren, und LebenskünstlerInnen, die geerbt hatten. Zur Zeit besteht aber kein Camp.

Was macht ihr mit den Spenden?

Bisher wurden Spendengelder ausschliesslich für Aktionen (Fahrzeugmiete, Miete Musikanlage etc.) sowie Material für die Camps und den Infostand ausgegeben. Grössere Beträge müssen von der Vollversammlung abgesegnet werden. Die Spendeneingänge sind seit längerem rückläufig.

Was ist euer Ziel?

Wir möchten ein Bewusstsein für Missstände schaffen. Wollen wir eine Welt, in der Menschen verhungern, weil mit Nahrungsmitteln spekuliert wird? Wollen wir eine Welt, in der sich eine kleine Minderheit auf Kosten einer Mehrheit bereichert? Wir versuchen transparent aufzuzeigen, was beispielsweise in der Finanzwelt oder in der Politik vor sich geht. Ist unsere Demokratie wirklich so demokratisch, wie vorgegeben wird? “Gemeinsam gehen wir den Weg der Veränderung” ist ein prägender Slogan der Occupy-Bewegung Zürich geworden, welcher den Nagel sozusagen auf den Kopf trifft. Gemeinsam möchten wir neue Perspektiven für eine gerechtere und demokratischere Gesellschaft entwickeln. Machst Du mit?

Ich möchte mithelfen, kann aber nicht regelmässig nach Zürich kommen?

Genau dafür ist diese Website da; alle wichtigen Informationen sind hier auf dieser Homepage zu finden. Zusätzlich sind auch alle Arbeitsgruppen vertreten und es gibt die Möglichkeit, diese über die Website zu kontaktieren und mitzuarbeiten. Occupy Zürich ist zwar die grösste Bewegung in der Schweiz, aber nicht die einzige: In Genf, Bern, Basel und St. Gallen sind ebenfalls Menschen aktiv und froh über jede Unterstützung.

Wer ist euer/eure Anführer/in?

Es gibt keine/n Anführer/in in der Bewegung. Es gibt Moderatoren in der Vollversammlung (VV), diese haben aber nicht mehr Kompetenzen als die restlichen Mitglieder und ändern von VV zu VV. Wir sind eine offene Bewegung und erkennen jedes Mitglied als gleichberechtigt an. Jede und jeder hat gleich viel zu sagen. Wir arbeiten praktisch hirarchielos – erstaunlicherweise funktioniert es – weitere Infos hier: die Vollversammlung

Glaubt ihr, dass ihr etwas verändern könnt?

Ja. In der Tat glauben wir sogar, dass wir bereits etwas verändert haben. Durch das Protestcamp auf dem Lindenhof und am Stauffacher wurde ein öffentlicher Diskurs initiiert, der die Menschen dazu brachte und bringt, über grundlegende Dinge wie persönlich Werte, unser Gesellschafts- und Finanzsystem und ev. auch alternative Formen des Zusammenlebens nachzudenken. Occupy ist eine internationale Bewegung – die Wirkung ist offensichtlich. Das Wort Occupy taucht immer noch in Zeitungen, bei Podiumsdiskussionen an Vorlesungen in Universitäten auf. Occupy hat den Diskurs über die globale Gerechtigkeit initialisiert und damit haben wir wohl schon Geschichte geschrieben. Dieser Diskurs ist wichtig, braucht Zeit und ist langwierig – wir sind aber davon überzeugt, dass er nötig ist, um nachhaltige Veränderungen zu erreichen. Geduld und Durchhaltevermögen ist gefragt. Uns ist bewusst, dass es mit ein paar Monaten demonstrieren nicht gemacht ist. Wir bleiben dran.

Wie lange wollt ihr noch weiter demonstrieren?

Einerseits geht es um eine Bewusstseinsveränderung in der Gesellschaft – ev. einen Systemwechsel, falls der “Umbau” nicht gelingt. Dies sind langfristige Ziele, die Geduld, Zeit, Durchhaltevermögen, Ueberzeugenskraft und -arbeit verlangen. Jedoch: Die Zustände auf unserem Planeten sind ernst und lassen keinen zeitlichen Spielraum mehr zu. Deshalb ist ein engagierter Kern von uns dabei, konkrete Projekte umzusetzen – lieber gestern als morgen – weiteres im Menu unter “Mitwirkung”. Solange wir kein Minimum an Verbesserungen verzeichnen können, protestieren wir weiter  (bitte konsultiere für Daten den Kalender).

Wieso gründet ihr nicht einfach eine Partei?

Das Parteiensystem hat zum Statusquo der Gesellschaft beigetragen, die wir als Bewegung verändern wollen. Die Demokratie und ihr Repräsentationssystem konnte die Macht- und Geldkonzentration auf wenige nicht verhindern. Die Occupy-Bewegung ist basisdemokratisch organisiert, d.h. jeder Einzelne, jede Einzelne ist gleichberechtigt. Anders als in einer Demokratie wird in der Bewegung nicht abgestimmt und somit nie eine Minderheit von einer Mehrheit überstimmt, sondern ein Konsens erarbeitet, in den alle Meinungen einfliessen und den alle mittragen können. Deshalb gehen wir davon aus, dass es durch eine basisdemokratische Struktur möglich ist, weitreichende Gereichtigkeit zu schaffen.

(Stand Februar 2013)