Am 15. Oktober 2011 sind weltweit in über 1000 Städten Menschen auf die Strasse gegangen, um unter dem gemeinsamen Namen „Occupy“ ein Zeichen zu setzen. Seit dann besteht auch die Bewegung Occupy Paradeplatz in Zürich. Bis zum 17. Oktober hatte die Bewegung ihre Zelte auf dem Paradeplatz aufgeschlagen. Als die Polizei am Morgen des 17. Oktobers mit dem Wegweisungsbefehl auf den Paradeplatz kam, haben die Menschen, die auf dem Paradeplatz campiert haben, ihre Sachen zusammengepackt und sind auf den Lindenhof gezogen. Dieses Vorgehen wurde vorgängig durch die Vollversammlung beschlossen.
Der Lindenhof wurde zum permanenten Protestcamp der Bewegung, zum Begegnungs- und Arbeitszentrum. Die Bewohner haben mit der Stadt Zürich das Gespräch gesucht, um ein Arrangement zu treffen, damit das Protestcamp von der Stadtverwaltung toleriert werden kann. Die Gespräche führten zu keiner Einigung.
Am 15. November 2011, exakt einen Monat nach der ersten Besetzung des Paradeplatzes, kam es zur polizeilichen Räumung des Lindenhofs.
Danach wurde das Camp am Stauffacher auf dem Gelände der Citykirche am Stauffacher errichtet. Die Offene Kirche St. Jakob hatte der Occupy-Bewegung bereits vor der Räumung des Lindenhofs angeboten, ihnen auf ihrem Gelände Gastrecht anzubieten. Die Bewegung war und ist dafür sehr dankbar, suchte aber weiter parallel einen zweiten Ort, welcher als Arbeits- und Lebensraum genutzt werden konnte.
Am 30. November 2011 wurde an einer Vollversammlung beschlossen, das Wohncamp aufzulösen, den Infostand jedoch zu belassen und sogar noch auszubauen. Letzteres gelang auch. Die Oeffentlichkeitsarbeit etablierte sich in erfreulichem Mass.
Gegen die AKW-Industrie setzte Occupy am 10. März 2012 ein Zeichen mit dem tollen Anlass “Fukushima nie wieder” auf dem Paradeplatz. Geri Müller und Cédric Wermuth sprachen zum Thema. Franz Hohler gab sein Restrisiko zum Besten. Marco Pollastri, der Zürcher Sänger mit den treffenden Protestliedern, und weitere Musiker verwöhnten uns mit ihren Programmen. Besucherzahl geschätzt: 200 -- 300 Personen.
Am 17. März 2012, etwa 6 Monate nach der ersten Besetzung, rief die Bewegung zur Besetzung der Börse in Zürich auf, etwa 200 Aktivisten nahmen daran teil -- eine relativ geringe Anzahl, wenn man die Mobilisierungsbemühungen bedenkt.
Am Abend zog die Bewegung zum Bürkliplatz, wo man jedoch von der Polizei nach kaum einer Stunde aufgefordert wurde, den Platz zu verlassen. Daraufhin liess sich die Bewegung bei der Roten Fabrik nieder, welche das Camp für ca. 2 Monate tolerierte.
Das Thema Food/Nahrungsmittelspekulation kristalisierte sich heraus. Am 8. September 2012 fand “Mit Essen spielt man nicht” statt. Diverse Referate (unter anderem von der Erklärung von Bern und von der Juso) wurden gehalten. Das Ganze wurde wiederum mit einem abwechslungsreichen Musikprogramm untermahlt.
Zeitungsartikel zu Occupy Olma, 20.10.2012: Ueber Engel und Occupy Olma – der Medienkritik zum Trotz”
*** Von Tot-geschwiegen werden, über lächerliche Zeitungsartikel, die sich über das Geburtstagsfest der Occupybewegung lustig machen (anscheinend haben wir nur Prospekte verteilt?) bis zur Nähe zu antisemitischen Karikaturen (diese Karte ziehen die Medien, wenn sie gar nicht mehr wissen, was sie noch kritisieren sollen), frage ich mich schon, was die Welt eigentlich von uns will – aber das ist wieder ein anderes Thema – jedenfalls –
nach alldem war der Occupy Olma-Event eine wahre Wohltat: Bodenständig, friedlich, occupistisch eben. Themengerecht ging es da zu und her. Ein engagierter Bauer, Hans Stalder, referierte eindrücklich über die Misere, in der die Landwirtschaft steckt (no future?), Karl Rietmann erklärte, dass das mit der Genetik keine beschlossene Sache sei, Severin Welti malte den Teufel an die Wand bezüglich den Hungernden auf diesem Planeten (er hat total Recht!) und dann war da noch die Pia Kumar, die ihre Klappe nicht mehr halten kann bezüglich Nahrungsmittelspekulation (da hat sie auch Recht – so ein Drecksgeschäft!). Tolle Gespräche und eine himmlisch-höllische Kürbissuppe verpassten dem Ganzen den richtigen Gusto. Und der Himmel – der hat auch gelacht – so ist das eben, wenn Engel reisen. Pippi Langstrump***
(Stand November 2012)