Category Archives: Bewohner

Erlebnisse eines Aktivisten

(Dieser Post ist eine persönliche Reflexion des Autors. Seine Stellungnahmen und Meinungen müssen nicht mit denjenigen von Occupy Zürich übereinstimmen.)

Wenn du anstelle eines öffentlichen Kommentars dem Autor eine persönliche Antwort hinterlassen möchtest, tu es.

Eine kurze Zusammenfassung 17.März bis circa 17. Mai 2012

Guten Tag, liebe Freunde liebe 99%

Ich bin ein Aktivist der dabei war im Re-Occupy Camp Wollishofen.
Hier schildere ich Euch gerne ein Teil meiner Erlebnisse in Form eines Protokolles( Kurzgeschichte).

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Materiallager Saland

Am Pfingsmontag haben neuen fleissige Leute über acht Stunden daran gearbeitet, das Lager in Saland aufzuräumen.

Alles ist sortiert, die Tippystangen und das Küchenzeltgerüst sind mit einer Kreissäge zu Brennholz gemacht. Es sind drei Paletten mit Schlafsäcken, Decken, Küchengeschirr und Plachen übriggeblieben, die wir für Fr. 200.-/Jahr weiterhin in Saland lagern können. Ein Teil bringt Müriel auf den Flohmarkt, der grosse Ofen und Holz wird von den Hausbesetzern abgeholt, der kleine Ofen holt das Climacamp mit etwas Holz dazu. Der Rest ist auf Paletten bereit sortiert für die Entsorgung.

Es braucht jetzt keine Hilfe mehr, nur noch den Hubstapler von der Firma Bieri, einen Lastwagen mit Chauffeur, der den Rest (neun sperrige, nicht stapelbare Palletten) in die Entsorgung bringt.

Wenn wir es aus den eigenen Reihen nicht schaffen, bis am Montag, 04. Juni einen Lastwagen mit Fahrer zu organisieren, mache ich das. Die Rechnung wird von unserem Konto bezahlt.

Wer noch mitreden will, soll bitte an die VV am Lindenhof kommen.

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Bewegung des Gefühls

Occupy Together: Manifest des Gefühls

Sie sagen, wir hätten keine Botschaft. Sie erkennen nicht, dass tausende Leute bereits für sich eine Botschaft darstellen. Sie nennen uns “linke Gruppierungen” oder “rechte Verschwörungstheoretiker”. Sie begreifen nicht, dass es kein Links- Rechst-Spektrum mehr gibt. Wir bewegen uns von unten nach oben. Sie glauben, wir sind eine verrückte Minderheit. Wir sind bloss nicht 99%, die auf der Strasse sind, weil es der Grossteil der uns Zugehörigen noch nicht weiss, dass sie es sind. Aber wir gehen auch für Sie auf die Strasse.

Sie sagen, uns fehlt es an konkreten Forderungen. Sie sind sich gewöhnt, dass man Ihnen sagt, was Sie zu denken haben. Wir hingegen sind eine Bewegung des Gefühls – des bestimmten Gefühls, dass etwas nicht stimmt, dass es so nicht weitergehen kann. Sie sind bereit, uns zu verstehen, wenn Sie Ihr Herz öffnen. Wir sind eine Revolution des Geistes, der Kreativität.

Einige von uns zeichnen, andere tanzen, machen Musik. Sammeln den Abfall. Kochen Kaffee und Suppe. Verbreiten ihre Wut durch die Lautsprecheranlage. In all unserem Ausdruck steckt die gleiche Nachricht – und Sie sagen, wir wären unorganisiert und uneinig. Unsere Botschaft kann nicht mit den Mitteln des Systems erfasst und analysiert werden. Doch ist sie im Grunde sehr einfach zu verstehen, sie tritt deutlich zu Tage zwischen den Worten von Liebe und Empörung.

Versuchen Sie nicht länger, uns zu kategorisieren. Wir sind die Parteien, die Parteifreien, die Verschwörungstheoretiker und Knallköpfe, die Religiösen, die Anarchisten, die Anonymen, wir sind Nichts und Alle.

Viele von uns sind nicht mehr da – auf dem Paradeplatz, in der Wall Street, in der Öffentlichkeit – unsere Vertreter harren aus. Und doch sind wir viele und noch mehr. Und wir vergessen nicht. Wir werden uns wieder versammeln, um unserem bestimmten Gefühl einen Ausdruck zu verleihen.

Die Welt steht vor einem grossen Wandel. Wir bereiten uns darauf vor. Nicht Geld und Macht werden mehr im Mittelpunkt unseres Denkens stehen, sondern Liebe zur Natur und den Menschen als Teil davon. Dies ist keine Forderung an das System. Kein Aufruf zu einer Revolution. Keine Parole des Umsturzes. Dies ist ein Manifest des Gefühls.

 

Dieser Artikel erschien zuerst in der großartigen Zeitschrift Zeitpunkt und erscheint hier mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Tag 1 (18.3.2012): Erster Tag

Dies ist ein persönlicher Tagebucheintrag eines Occupy Aktivisten und repräsentiert nicht die Meinung der Occupy Zürich Bewegung.

Tag 1

Milder Morgen – und die Stimmung ist weiter sehr gut, ein paar neue Gesichter und man stellt sich vor, teilt Sichtweisen und diskutiert wie es weiter geht. Es zeichnet sich ab noch weiter bei der Roten Fabrik zu bleiben, aber andere Optionen abzuklären. Erster Kontakt mit MitarbeiterInnen bei der Roten Fabrik, und man/frau ist uns gut gesinnt –  Occupy ist  bekannt und es werden scheinbar die Anliegen geteilt. Gegen Nachmittag wird es kühler und windig, und die Zelte werden besser gesichert und dann setzt Regen ein. Am Abend versammeln sich 10 Aktivisten im grossen Zelt und hören zusammen die LoRa Sendung über die Transparente Parteienfinanzierung (MP3), wo Occupy Aktivisten mitdiskutieren. Am Abend noch eine Vollversammlung, die etwas abseits unter einem Dach abgehalten wird. Gegen 21:00 essen wir noch gemeinsam – trotz des Wetters gute Stimmung im Camp.

Impressionen

 

Autor: René

Tag 0 (17.3.2012): Besetzung Börse

Dies ist ein persönlicher Tagebucheintrag eines Occupy Aktivisten und repräsentiert nicht die Meinung der Occupy Zürich Bewegung.

Tag 0

Gegen 14:00 haben sich ca. 100 Aktivisten bei der neuen Börse eingefunden, etwas wenig angesichts der intensiven Mobilisierungsbemühungen. Die Stimmung ist gelassen und Live Musik und Tanzmusik wird gespielt.

Gegen 18:30 löst sich die Besetzung der Börse auf, und ca. 40 Aktivisten zogen los um auf einem prominenten Platz zu campieren, beim Bürkliplatz bei der Ganymed Statue. Der erste Kontakt mit Polizisten war gut, man fragte uns ob wir übernachten wollten, und wir (2 Aktivisten) antworteten, dass es so geplant sei. Die Antwort war “Kein Problem, ihr seid ja friedlich, wie damals auf dem Lindenhof” und so fuhr die Streife weg. Doch kaum 30 Minuten später waren ca. 80 schwarz Uniformierte mit einem Einsatzleiter vor Ort, und er liess verlauten, dass wir auf keinen Fall auf öffentlichen Grund in der Stadt campieren dürften, und wir innert 45 Minuten den Platz verlassen müssten oder sonst Personenkontrolle und evtl. Rayon-Verbot erteilt bekämen.

Es war eine, angesichts der offensichtlichen Konfrontation, trotzdem entspannte Begegnung, und man merkte, dass zwar der Polizei ein Auftrag gegeben wurde uns nicht campieren zu lassen, aber eine nachvollziehbare Begründung wurde nicht gegeben z.B. “Welche Bedrohung geht den von uns aus?” – darauf gab es keine Antwort. Es war eine klar politische Entscheidung, und mit nur 40 Aktivisten hatten wir zuwenig Präsenz einen so prominenten Platz länger zu halten. Nun gut, so entschieden wir in einer Vollversammlung sehr schnell, zur Roten Fabrik auszuweichen, vorerst mal für eine Nacht. Im Dunkeln angekommen, wurden 19 Zelte aufgestellt und ca. 25 Aktivisten verbrachten die erste Nacht im neuen Occupy Zürich Camp.

Impressionen

 

Autor: René

Re-Occupy Day 17.03.2012

Kommt Bunt, Kommt zahlreich und kommt vor allem mit Zelt und Schlafsack an die Re-Occupy Day vor der Börse mit anschliessendem Camp. Wo? Entscheiden wir spontan.

RE- OCCUPY DAY
17. März 13.00 Uhr
Aktion Occupy Börse

YES WE CAMP! Die Finanzkrise läuft – die Erschütterungen werden immer heftiger!

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